Kolumne: Der Zuschauer zwischen den Welten

Rob Vegas über zwei sehr verschiedene Welten und eine Gemeinsamkeit.

Das Fernsehen ist ein tolles System. Ein Produzent sucht sich ein paar Menschen, Moderatoren, Schauspieler, Statisten und produziert mit einem Team aus Regie, Kameraleuten und sonstigen Kreativen ein Produkt. Ein Film, eine Show, eine Dokumentation, oder plumpe Unterhaltung wird erstellt. Am Ende erhält er für diese Leistung und bei Annahme vom Publikum Geld und kann über einen festgelegten Zeitraum und bei guten Quoten in Serie produzieren. Im besten Falle hat sein Film Gewinn erzielt.

Die einfache Skizze einer nicht mehr so heilen Welt. Geld ist weniger da, die Wünsche der Sender größer und kreative Formate und Ideen sind oft ein zu hohes Risiko für Entscheider geworden. Wer möchte schon gern seinen eigenen Stuhl riskieren? Aber am Ende funktioniert dieses System immer noch bestens. Es ist in sich geschlossen. Darin liegt sein Vorteil. Viele Menschen in der Medienindustrie zahlen mit diesem alten System ihre Mieten. Meist pünktlich.

Und dann gibt es da ein neues System. Das Internet. Hier wird ohne Verträge, Mitarbeiter, oder Budget produziert. Ganz am Anfang steht hier das Risiko einer neuen Idee für den Zuschauer. Mit seinem Werk läuft man nicht zu den Sendern und niemand macht sich Gedanken über eine mögliche Wertschöpfungskette. Floppt der Film, so wird er auch nicht bei einer DVD-Veröffentlichung einen Teil seiner Kosten einspielen. Vielmehr schenkt man sein Werk einer Videoplattform oder Google via YouTube direkt. Der Sender trägt kein Risiko. Bei Annahme durch den Zuschauer wird man am Ende mit einem Bruchteil an Cents am Erfolg beteiligt. Die Einschaltquote errechnet den Erlös. Erst bei Millionen an Abrufen wird eine pünktliche Miete denkbar.

Beide Welten halten nicht viel voneinander. Die Bedrohung durch das neue Medium spürt man, doch sind die Produktionsmethoden eher zu belächeln. Ab und an dient ein Videowerk der allgemeinen Unterhaltung, kreative Trends beeinflussen den Look im alten System und funktioniert aus dieser Bretterbude des Internets wirklich ein Format, so versucht man es in einem der Digitalkanäle zu übernehmen. Ganz ehrlich ist diese Sichtweise nicht. Übrigens auch nicht von der Bretterbude auf die Welt des Fernsehens. Denn was würden die Produzenten nur für die tollen Möglichkeiten der alten Welt geben? Einmal richtige Kameras, tollen Ton und genügend Menschen um kleine Ideen ganz groß zu produzieren? Fernsehen ist von gestern, aber neidisch auf die Mittel ist man schon. Da gibt es neben den Mieten sogar noch Geld für Catering.

Weiterlesen? Dann einfach hier klicken und die komplette Kolumne auf Quotenmeter.de lesen.

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