
Es ist schrecklich. Und erst jetzt wird es mir so richtig bewusst, denn es sind nur noch mehr zwei kleine und schnelle Wochen und Euer Rob wird 27 Jahre alt. Schon jetzt sind meine Mitmenschen von meinen gebrechlichen Reden genervt und so ziemlich in jedem zweiten Satz erwähne ich meine angebliche Arthritis, das lästige Rheuma und natürlich Granufink!
Ich werde 27 Jahre alt. Im Grunde sogar 30 Jahre alt. Denn die 30 ist auf einmal so nah gekommen. Ich bin nicht mehr genau in der Mitte der 20, sondern gehe in großen Schritten auf diese ominöse Ü30-Disko zu. Von Jugend kann nun langsam wirklich keine Rede mehr sein. Das hat gesellschaftliche Folgen und irgendwie muss man sein Leben in der Jugend bis dahin wohl gelebt haben? Im Alter von 70 werde ich nicht an die schöne Zeit von 30-40 nachdenken, sondern an die jugendliche Zeit davor und welche Abenteuer und Schlachten ich dort erlebt und ausgefochten habe.
Manche Menschen freuen sich sogar auf ihren Geburtstag. Geschenke werden ausgepackt, Freunde beglücken einen mit ihrer bloßen Präsenz und man liegt meist als Erster betrunken unterm Tisch, oder räumt als letzter gar noch den Müll weg. Geburtstag ist doch vielmehr der melancholische Moment des Tages. Man lässt das letzte Jahr noch einmal wie Jauch im Rückblick passieren, denkt an die Zukunft und spürt allmählich den fortschreitenden Verfall des menschlichen Körpers.
Wenn ich an meinen Geburtstag denke, dann bin ich jedes Jahr zu dieser Zeit Anthony Hopkins. Ich stehe da vor der Mannschaft, halte eine kurze Rede und begebe mich dann auf die kleine Anhöhe um mit einem Blondschopf namens Brad über das Leben zu sinnieren. Ich habe die Szene nur auf Spanisch gefunden, aber die Sprache ist dort egal. Es ist in jeder Sprache verständlich. Genau so denke ich über diesen Tag! Ich werde 27 Jahre alt. Fürwahr kein schöner Gedanke. Ich muss mir den Soundtrack unbedingt für diesen Tag auf CD bestellen.


























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