Kolumne: Kernschmelze bei N24

12 de março - vista aérea mostra como o terremoto danificou a usina nuclear de Fukushima na cidade japonesa de Futaba

Auszug aus der aktuellen Kolumne von Rob Vegas auf Quotenmeter.de :

Die Welt blickt nach Japan. Ein Erdbeben, ein Tsunami und nun auch noch eine drohende Kernschmelze in einem Atomkraftwerk. Mehr als 10.000 Menschen haben anscheinend ihr Leben verloren. Das ist eine schreckliche Nachricht und als Zuschauer kann man sich das persönliche Leid kaum vorstellen. Bei 10.000 Todesopfern durch die Flutwelle dürften mehr als 100.000 Angehörige, Freunde und Verwandte nun eine schrekliche Zeit durchmachen.

Natürlich beherrscht dieses Thema auch die Nachrichten. Die ganze Welt berichtet nonstop und im Fernsehen jagt eine Sondersendung das nächste Spezial. Interessiert wird sich aber nun schon nicht mehr für die Flutwelle und die Opfer, sondern fast nur noch für die Kernschmelze im Atomkraftwerk von Fukushima. Hier gibt es Bilder und sogar eine riesige Explosion zu sehen. Generell ist gegen diese Sicht der Medien und Nachrichtensendungen nichts einzuwenden, denn natürlich haben ganze Völker nun Angst vor den Folgen einer nuklearen Katastrophe.

Bei der ARD oder Phoenix weiß man auch nicht viel und berichtet stündlich neu, doch bei N24 ist man seit Beginn der Katastrophe fast 24 Stunden am Tag LIVE am Geschehen. Am Anfang war das wirklich ein Vorteil des Nachrichtensenders, denn nirgendwo anders konnte man das Geschehen und die Entwicklungen am Stück betrachten und bekam die neuesten Informationen sofort über die Flimmerkiste geliefert.

Nur was sich die Verantwortlichen dort mittlerweile leisten ist unter aller Kanone. Die Informationslage ist natürlich schlecht, denn in den Reaktor kann nicht einmal die japanische Regierung schielen. Zudem will man wohl eine Massenpanik im ganzen Land verhindern und erweitert daher einfach immer mehr den Radius des zu evakuierenden Geländes. Doch n24 interessiert das nicht. Man sendet pausenlos weiter. Halt ohne neue Erkenntnisse, aber dafür mit immer neuen Amateuraufnahmen aus Japan. Hauptsache man kann schwimmende Häuser, herabfallende Bauwerke und entsetzte Bürger zeigen, welche gerade aus einem Hauseingang rennen. N24 kommt mir langsam wie der Produzent eines Katastrophenfilms vor. Ist das nun zu harte Kritik an einer andauernden Berichterstattung? Nein. Denn es gibt Grenzen.

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