Live the dream

Am 6. Mai jährt sich wieder einmal der Tag meiner Geburt und so langsam beginnen die zaghaften Nachfragen nach meinen Wünschen. Dabei findet das Event der Events in 2010 erst im Mai statt! Ich selbst mache mir bekanntlich nicht viel aus Geschenken.

Genau aus diesem Grund wünsche ich mir seit einiger Zeit auch nur noch Dinge, welche ich für einen ruhigeren Alltag gebrauchen kann. Eine neue Geldbörse an Weihnachten war das beste Geschenk überhaupt! Sowas kauft man sich ja selbst doch nicht, sondern investiert die zehn Euro lieber in einen unnützen USB-Stick. Einen funktionierenden Fön zu haben, oder einen Jahresvorrat an Schuppenshampoo ist aber viel toller als irgendeine DVD-Box.

Es gibt einen Wunsch. Es ist komischerweise der einzigste Wunsch von mir seit Jahren. Es vergehen auch kaum ein paar Tage ohne dass ich mir nicht den Werbespot aus den 80ern zu diesem Produkt angesehen habe. Mittlerweile erkläre ich mir diesen Traum durch meinen Charakter. Ich mag wertige Dinge, einfache, klare Formen und Schnitte. Vor allem wenn diese Sachen dann etwas ausstrahlen. Dinge sollten eine Geschichte haben. Mit Plastikschrott und “iProdukten” kann man mich nicht locken. Vielmehr müssen eben jene andere Werte damit verbunden sein. Es muss Klasse haben und gerade bei einem Auto ist doch nichts schlimmer als ein klappriger Kia Picanto!

Ich muss mich übrigens selbst berichtigen. Das ist kein Traum und keine Spinnerei. Es wird verdammte Realität werden. Ich werde mir einen DeLorean für 57.500 US-Dollar kaufen. Seit meiner Kindheit und dem ersten Besuch im Museum in Sinsheim bin ich fasziniert von diesem Automobil. Es passt zu mir. Schon als ich meinen Führerschein gemacht habe und nach einem passenden Unterbau suchte, wurde ich bei jedem Hersteller enttäuscht. Autos sind heute weiblich, haben Insektenaugen, mehr Rundungen als Jennifer Lopez und im Innenraum achtzig nervige LED-Leuchten.

Wo sind die Ecken und Kanten der Restmännlichkeit geblieben? Darf ein Auto nicht mehr eckig sein? Genau das ist das Wort, welches ich die ganze Zeit versucht zu umschreiben habe: “zeitlos” ! Ich liebe zeitlose Designs, weil Form und Funktion durch ein zeitloses Design einen Platz in der endlosen Schönheit erworben haben. Eine gute Lederjacke, ein passendes Sakko, ein handgefertigter Hut. In meiner Generation vermisse ich diese Dinge irgendwie und setze mich daher lieber neben alte Leute in der S-Bahn.

Vor allem würde ich diesen Wagen nicht einfach in meine nicht vorhandene Garage stellen und mich heimlich freuen. Ich würde ihn im Alltag benutzen. Damit nach Köln, Hamburg und zum Rewe fahren. Ganz normal in der heutigen Zeit, weil es sich so gehört. Der Wagen nimmt sich dank des europäischen Motors auch keine 28 Liter und ich selbst glaube ja schon seit Jahren stark an Oldtimer mit einem zukünftigen Elektromotor. Ist diese Entwicklung erst einmal serienreif, so werden sich viele Menschen diese Aggregate in alle Formen der Automobilgeschichte einpflanzen. Man wird wieder Oldtimer sehen, neue Autos und jeder wird durch den Elektromotor sein Auto fahren können. Nebengedanke.

Doch erst einmal will ich dieses “bärige” Blubbern hören, einsteigen und mich endlich wohl in einem Auto fühlen. Vielleicht sollte ich so eine Spenderhomepage einrichten wie “The Million Dollar Homepage“. Harte Arbeit ist dieses Gefährt in jedem Fall wert. Es muss zu schaffen sein und eines Tages werde ich diesen verdammten Artikel lesen und mich freuen es getan zu haben.

Solange hält der Mazda hoffentlich noch! Das klingt jetzt zum Abschluss lustig, doch ist dieser kleine Wagen aus Nippon meine “Kleinausgabe” des Delorean. Ähnlich spartanes Innenleben, eine rumoriger Sound aus dem Motorraum und kein großer Komfort. Dafür enorm wertig. Geht nie kaputt.

Live the dream – The Delorean.

Diesen Artikel empfehlen:
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • MisterWong.DE
  • TwitThis
  • Technorati
  • Yigg
  • MisterWong
  • Wikio

Schlagworte: , , , , , ,


Eigenen Kommentar schreiben