Immer wenn ich mit anderen Videokünstlern und Bloggern spreche, dann kommt man schnell auf das Thema der Refinanzierung. Viel ist Hobby, wenig wird entlohnt und trotzdem sprudeln alle voller Ideen.
Dabei gibt es auch ein paar unschöne Wahrheiten. Kaum jemand verdient mit einem T-Shirt Shop Geld. Kaum ein Zuschauer kauft sich freiwillig ein Shirt mit Deinem Logo aus einem der bekannten Shopsysteme. Und tut es doch mal jemand, so liegt der Gewinn meist im Bereich von ein bis fünf Euro. YouTube ist wohl der einzigste Sender auf der Welt, welcher das Material gratis angeliefert bekommt. Kerner und Co. müssten hier nach drei Shows Insolvenz anmelden.
Die Fraktion der Videoblogger baut aufgrund der Reichweite meist auf YouTube und ein neues System für Werbeeinblendungen. Das ist aber in sich ein schlechter Witz, da nur absolute Hype-Videos ab einer halben Million Zuseher überhaupt auf dem Konto spürbar werden. Mit 0,00000007454 Cent pro Einblendung werden oft nicht einmal die Fahrtkosten zum Interviewpartner gedeckt. Mag man hier von einem Geburtsfehler des Internet sprechen, so fehlt heute vielmehr die Innovation in diesem Sektor.
Es muss ein Bezahlsystem her mit einer neuen Form des Micropayment. Die meist jugendlichen Zuseher sollen hier nicht ihr ganzes Taschengeld wie bei Jamba rauswerfen, sondern mit Minibeträgen eine virtuelle Wirtschaft ankurbeln. Kaufst Du ein Spiel für die XBox, so werden Dir 1000 Credits auf Dein Konto gutgeschrieben. Diese “Credits” haben wie die Lindendollar aus SecondLife einen echten Umrechnungskurs und können so wieder an andere Nutzer verteilt werden. Für die Nutzung verschiedenster Dienste muss es Credits der Betreiber geben. Was bringen einem Powernutzer schon 80.000 Sterne und eine tolle Grafik neben seinem Namen? Er tut etwas für die Plattform und sollte deshalb auch 80.000 Credits erhalten. Damit könnten dann virtuelle Dienstleistungen bezahlt werden.
Der “Sender” zahlt bislang keinen Cent. Wahrscheinlich wird es in ferner Zukunft wirklich Risikokapitalgeber für YouTube-Projekte geben. Wie bei einem Filmstudio wird man dann seine Idee vortragen und ein Gremium prüft, ob sich damit ein signifikanter Erfolg auf dem Videoportal erzielen lässt. Doch gerade durch das nicht vorhandene Geld und die nur begrenzten Möglichkeiten entstehen auch widerum tolle Inhalte. Die Nutzer machen sich oft sehr viel Mühe und im Gegensatz zum Fernsehen zählt hier wirklich der Inhalt. Für große Effekte, Stars und Show ist ja auch kein Geld da.
Der Rest baut auf Sponsoren. Kampagnen für große Konzerne, “Branded Entertainment” und durch Werbung finanzierte Clips. Letztlich wie ein Lottogewinn und nicht planbar. Entweder eine Agentur kommt auf Dich zu, oder der Auftrag geht an Dir vorbei. Mehr Glücksspiel als Geschäft. Deinen Vermieter kann dieses Geschäftsmodell sicher nicht überzeugen. Branded Entertainment lebt selbst von der Strahlkraft großer Marken und verkauft sich somit wie eine Hure an die Freier der Industrie. Natürlich sind wir alle irgendwo der medialen Prostitution ausgesetzt, aber “Branded Entertainment” ist keine Lösung. Lediglich der Name hört sich noch gut an. Yeah!
Man muss sich also für die Zukunft nach anderen Möglichkeiten für die Finanzierung des eigenen Angebots umschauen. Eine iPhone-App? Die Videos gibt es sowieso kostenlos auf YouTube. Es ändert sich nur das Frontend. DVD Verkauf? Hier sehe ich sogar eine wirkliche Möglichkeit, weil man auf so eine Scheibe auch Bonusmaterial packen kann und damit für die Fans ein ganz neues Paket schnürt.
Das Internet braucht eine eigene Wärhung für eine neue, riesige, virtuelle Indsutrie. Ein besseres Paybacksystem für die digitale Welt. Damit könnten Plugins, Themes, Videos, Musik, Grafiken, Apps etc. einfach und mit einem Klick gekauft werden. Durch das Belohnungssystem der Portale könnte hier ein ganz neuer Markt entstehen. Dann hätte es auch Sinn bei einer Community in der Topliste auf Platz eins zu stehen.



























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