Der Wirbel um das neue iPad von Apple war groß, die Gerüchteküche brodelte lauter als jemals zuvor und neben der Euphorie über das neue Produkt aus dem Hause Apple machte sich an viele Orten im Netz auch Ernüchertung breit.
Konnte man das iPad erahnen? War nicht schon klar, dass es ein neuer TabletPC auf Basis der iPhone-Oberfläche werden würde? Im Nachhinein ist eine solche Aussage extrem einfach. Alle wollen es schon vorher gewusst haben und nichts schreibt sich so schnell wie ein kritischer Artikel.
Mich hat die Keynote dabei an ein Interview mit Steve Jobs und Bill Gates erinnert. Schon 2007 kam es zu einem Gipfeltreffen der beiden Visionäre und kurz nach dem Launch des iPhones wollte Jobs im Gegensatz zu Gates nicht wirklich über die Zukunft sprechen. Besonders hervorzuheben ist dabei die Tatsache, dass Bill Gates in jenem Interview wieder einmal seine Idee des Tablets in den Vordergrund stellte.
Jobs dagegen sprach immer wieder von “Post-PC-Devices”. Man kann seinen Worten indirekt entnehmen, dass er und Apple immer weniger die Zukunft in den großen Desktop-Rechnern sehen. Gates dagegen sprach immer wieder davon, dass es zwar Smartphones und Tablets geben wird, aber der Desktop halt immer noch die meisten Aufgaben erledigen kann und ein komplettes Erlebnis darstellen wird.
Nun sind wir in 2010 angelangt und Jobs hat seine Strategie der “Post-PC-Devices” konsequent weiterentwickelt. Nebenbei beherrscht man nun in großen Teilen den Vertrieb digitaler Medien mit dem iTunes Store. Obwohl man sich gegen Microsoft geschlagen geben muss, hat Steve Jobs für sich und seine Firma einen ganz neuen Weg gefunden und ist Marktführer.
Ich kann euch nur raten euch alle Clips von diesem Interview nacheinander auf YouTube anzusehen. Es ist ungeheuer spannend im Rückblick wie Jobs über die “Apps” spricht. Sony und Google hätten keine Ahnung wie man gute Software schreibt. Apple dagegen packt seine ausgereifte Software einfach in einen Mp3 Player oder in ein Telefon und schon schaffen sie damit ein verdammt gutes Produkt. So wichtig wie die Software von Apple sind nun die zahlreichen Apps externer Entwickler. Apple verkauft das iPad also nicht, weil es so eine tolle Hardware ist. Die kann im Grunde jeder bauen.
Es ist die Software. Nur das man jetzt nicht mehr nur selbst Clients für das Internet entwickelt, sondern daraus ein ganz neues Geschäftsmodell gemacht hat. Im Gegensatz zu 2010 war Jobs damals auch noch sehr begeistert von Google.
Man muss sich nur für einen Moment vorstellen, dass diese Ehe wirklich zustande gekommen wäre. Apple und Google. Wahrscheinlich hätten sie zusammen komplette Märkte gestürmt und Microsoft hätte heute ein sehr viel größeres Problem. Mich würde daher nach dem Interview von damals interessieren wie Steve Jobs heute über das Verhältnis denkt. Seine abfälligen Aussagen gegenüber Google sind bekannt, doch was hatte er sich am Anfang von dieser Zusammenarbeit erhofft? Wieviel Hilfe hat Google von Apples Entwicklern erhalten und wieviel Wissen steckt davon in Android?
Man sollte sich dieses Interview vor jeder Keynote noch einmal genau ansehen. Auch wenn Jobs nicht konkret werden will, so verrät er indirekt viele Ziele für die Zukunft.



























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