YouTube Abonnenten

Mobiler Videoschnitt

In den letzten Monaten tauchen immer mehr bekannte Gesichter von YouTube auch bei Twitter auf. Sie führen keine eigenen Blogs, waren bei Twitter zuvor kaum aktiv und konnten dennoch in kürzester Zeit viele Verfolger sammeln.

Wie kann das sein? Normalerweise tummeln sich in den Twitter-Charts Firmengründer, bekannte Blogger und dem Netz stark zugewandte User. Man fand in der Vergangenheit vor allem Menschen die über das Netz schreiben, ihre Meinung bloggen, aber selbst kein Produkt anbieten. Vereinzelt fand man auch Videoblogger wie McWinkel, doch der große Kern hat bestenfalls ein bekannteres Blog als Link im Twitter-Profil.

YouTube funktioniert dagegen komplett anders. Die größte Videoplattform der Welt hat ihre eigenen Regeln. Ein einziges Video kann dort nur die 500.000er Marke knacken, wenn die Abrufe außerhalb der Plattform durch sehr viele Blogs und große Medienseiten geliefert werden.

Doch wie schaffen es die YouTube-Stars selbst und ohne äußere Hilfe auf Klickzahlen überhalb der 100.000er Marke zu kommen?

Stellt man selbst ein Video online und verlinkt es in den eigenen Profilen, so ist bei einer Abrufzahl von 300 erst einmal Schluss! Warum? YouTube friert bei dieser Zahl der Zugriffe den Zähler ein und angeblich wird dann analysiert, ob es sich um “echte” Zugriffe handelt. In der Vergangenheit hatten wohl viele User Tools und Skripte benutzt, um mit der Autoplay-Funktion in kürzester Zeit eine hohe Zahl an “falschen” Zugriffen zu generieren. Generell ist die Quotenmessung von Internetvideos ein eigenes Thema und sollte von einer eigenen Organisation überwacht werden.

Ist der Zähler aber erst einmal eingefroren, so kommt man an diesem Tag kaum mehr in die YouTube-Charts. Das wäre aber wichtig um weitere Nutzer der Plattform auf das eigene Werk aufmerksam zu machen. Schafft man es nicht, so kann man nur noch auf eine starke Verlinkung hoffen und wird bei spätestens 10.000 Zugriffen das Ende des Fahnenmastes erreicht haben.

Dieser Teil skizziert den normalen Nutzer. Natürlich kann er mit einem Musikvideo einer bekannten Band über die YouTube-Suche noch tausende Treffer landen, doch mit einem eigenen Video wird der Aufstieg sehr schwer. Stattdessen braucht man auf YouTube die Abonennten. Mit 500 Nutzern, die den eigenen Kanal abonniert haben, kann man in der Regel um die 1000 Views erzielen.

Erst mit interessanten Videos, regelmäßigen Uploads im Kanal und dem Werben für ein Abo kann man seine Zugriffe auf YouTube steigern. 10.000 Abonnenten katapultieren ein Video in Windeseile in die Charts und machen selber Werbung für die eigenen Videos. Dieser Faktor multipliziert sich irgendwann antiproportional.

Genau aus diesem Grund werden auf der Videoplattform langsam Marken und Gesichter erkennbar. Zwar hapert es noch beträchtlich im Bereich der Vermarktung, aber mancher Kanal kann mittlerweile 40.000 junge Menschen erreichen. Würde man also nach jedem Video so eines Kanals noch ein Kinoposter zum neuen Film eines Studios einblenden, so hätte man binnen kürzester Zeit 40.000 Menschen erreicht.

Bislang ist es aber noch fraglich wie man diese Zahl an Zuschauern für die Refinanzierung der Inhalte überreden kann. YouTube bietet mittlerweile für NonProfit-Organisationen einen “Spenden-Button” an. Da wird man sich für die Zukunft mehr einfallen lassen müssen, denn Merchandising kann dauerhaft keine Produktion finanzieren.

Rob Vegas

Seit 2003 aktiv im Web. Vorher nur bei Napster mit ISDN-Flatrate. Kenne noch Disketten. Blogger, Autor und Moderator. Twittere nebenbei als falscher Harald Schmidt unter @bonitotv. Führe wichtige Telefonate noch per Festnetz.

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