Manche Blogger würden für so einen Artikel bei Trigami 40€ kassieren, doch mir liegt die Sache wirklich am Herzen.
Schuppen sind mittlerweile ein totales NoGo geworden! Niemand darf Schuppen haben. Stattdessen soll man sich TÄGLICH mit einem speziellen Anti- Schuppen Shampoo die Haare waschen. Von Crisan gab es vor einigen Jahren ein spezielles Shampoo mit “Kohlekügelchen” ? Ich weiß das nicht mehr so genau, aber es hat geholfen und man hatte keine weißen Schuppenflechte mehr, sondern schwarze Kügelchen, welche aus dem Haupthaar rieselten.
Mittlerweile vertraut der moderne Mann auf Head&Shoulders. Der Name ist ziemlich bekloppt aber schön einfach. Wann kommt bloß Arsch&Rücken? Egal. Doch Head&Shoulders hilft wirklich und der Hersteller dürfte sich an dem Produkt eine goldene Nase verdienen. 3,85€ kostet eine Packung Classic Clean und ist damit 3X so teuer wie das billigste Shampoo aus dem Discounter.
Doch was tut man nicht alles für die totale Hygiene? Man will ja nicht morgen wieder Schuppen haben. Das ist so wie eine dauerhafte “Rehab” für das eigene Haar. Setzt man es ab, so wird man garantiert am Tag darauf einen Rückfall erleiden und die Freunde werden einen aufgrund aufkommender Schuppenflechte meiden!
Ganz früher gab es den “Waschtag”. Da durften sich die harten Kerle aus der Grube einmal in der Woche mit warmen Wasser reinigen und danach sprangen die Kinder in das Restwasser. Später duschte man sich dann zweimal in der Woche. Heute duschen sich viele Leute täglich, bekämpfen ihre Schuppenflechte und spenden danach zwei Euro für die Wasserknappheit in Uganda.
Ich selbst mache da sogar mit! Nichts ist schöner als eine ausgiebige Reise in das warme Land unter dem Duschkopf. Man lässt das H2O über beide Ohren laufen und versinkt in die besten Tagträume seines Lebens.
Doch dieser Hygienewahn nimmt kein Ende. Schon bei der Schweinegrippe musste man im Großraum-Fahrstuhl nur leicht husten und hatte die bösesten Blicke der Welt auf sich gezogen. Menschen fassen mittlerweile ungern Griffe komplett an, sondern versuchen Türen in der Bank am oberen Rand mit dem Daumen aufzustubsen. Die Angst vor tödlichen Bakterien könnte bald Sagrotan2Go zu einem wahren Renner werden lassen.
Den PfandBon-Knopf immer nur in der obersten, rechten Ecke drücken! In der Mitte haben doch schon alle gedrückt. Hinterher bekommt man gar noch Ebola oder sonstige Krankheiten aus dem 12. Jahrhundert! Aus dem gleichen Glas wie ein Freund trinken? Das wird bald zu einem Scheidungsgrund!
Hygiene ist wichtig und auch in der heutigen Zeit vermisst man sie bei so manchem Menschen in der Öffentlichkeit. In den letzten Jahren grassiert aber immer mehr die Angst vor der unsichtbaren Bedrohung. Ist die Indsutrie hier schuld? Machen wir uns nur einfach mehr Sorgen?
Werde mir jetzt einfach immer ein Stück Seife mitnehmen. Kernseife2Go sozusagen!


























Tweets die Anti-Schuppen Shampoo | Rob Vegas erwähnt -- Topsy.com sagt:
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von RobVegas, Andivista erwähnt. Andivista sagte: RT @RobVegas Neuer Artikel: Anti-Schuppen Shampoo http://wp.me/pv8rd-hN [...]
Jan 04, 2010, 04:44Toto sagt:
Sagrotan2go war wahrscheinlich nur als Witz gemeint aber Tatsache ist, dass genau ab Heute neben antibakterieller Flüssigseife von Sagrotan auch ein Handhygiene-Gel in der 50ml Taschenflasche auf den Markt kommt…
Jan 04, 2010, 07:19Das sind doch mal Zufälle…
Rob Vegas sagt:
Das wusste ich allerdings nicht, aber woher weißt du es so genau? Muss nicht einmal schlecht sein!
robvegas
Jan 04, 2010, 08:24Cedric May sagt:
Dazu fallem mir zwei Dinge ein. Wir verlieren mit der Zeit unsere Abhärtung. Durch homogenisierte, sterilisierte (und was weiß ich noch) Kindernahrung schaffen wir keine Basis für Abwehrmechanismen. Dann nutzen wir noch leichte Betäubungsmittel, damit das Shampoo nicht ziept und schon ziehen Schadstoffe in die Haut der Kinder ein. Mein Biologie-Lehrer erklärte uns damals, dass wir es selbst Schuld sind, wenn wir Schuppen haben. Durch das tägliche Waschen werden die Haare und die Kopfhaut stark strapaziert und wir versuchen dagegen zu wirken in dem wir uns allerlei Heilmittel ins Haar schmieren. Eine Generation wie unsere hat es definitiv nicht gegeben und wir werden uns in Zukunft wohl viel häufiger mit Allergien und ansteckenden Krankheiten rumschlagen müssen, weil wir kaum noch Keime und Bakterien gewöhnt sind. Schade eigentlich, aber ich bin genauso.
Jan 04, 2010, 10:55kevin sagt:
Man benötigt keine Seife um keimfreie Hände zu bekommen. Laut einer Studie reicht es wenn man sich die Hände ein paar Minuten unter Wasser reibt, dabei spielt auch die Temperatur keine Rolle. (finde gerade keine Quelle)
Jan 04, 2010, 11:01Klar, dass man sich die Hände nicht mehrere Minuten unterm Wasser reibt, aber es reicht ja auch, wenn die meisten Keime abgespült wurden. Durch Seife sterben die Bakterien ja auch nicht, sondern lösen sich nur.
Diese übeteuerten antibakteriellen Seifen sind demnach total nutzlos, weil was bringt es die Bakterien zu töten, wenn sie durch den Seifeneffekt sowieso runtergespült werden?
Manuel sagt:
40 Euro für so einen AUfwand? Na ja.
Anyway, von Claris gab es mal ein Schuppen-Shampoo und direkt daneben stand – auch von Claris – ein Anti-Schuppen-Shampoo.
uiuiui7
Jan 04, 2010, 14:16oktarinen sagt:
Zitat: “und ist damit 3X so teuer wie das billigste Shampoo aus dem Discounter.” Zitat Ende.
Schlimmer wäre nur noch “als wie”
Aber ansonsten ein super Artikel.
Wobei ich zugeben muss, auch immer mit dem Handrücken viel verwendete Knöpfe zu drücken oder bessergesagt zu schlagen.
Und Türklinken mache ich meist mit dem Pullover den ich mir über die Hand ziehe auf. Ich weiß aber auch das alle meine männlichen Arbeitskollegen sich null komma gar nicht die Hände waschen. Widerlich.
oktarinen
Jan 04, 2010, 21:20Toto sagt:
@Rob
Jan 04, 2010, 21:40na weil ich für ne Firma arbeite, die das Zeug in in ihren Läden verkaufen soll bzw. wird.
Ich kann Dir Morgen auch Bildmaterial liefern wenn Du magst – am besten per E-Mail.
Goja sagt:
Schuppenshampoo macht abhängig. Das kann ich bestätigen.
Jan 04, 2010, 15:40Und es dauert ganz schön lange, davon wieder loszukommen.