Hachiko Eine wunderbare Freundschaft

HachikoEine meiner vielen Macken ist es sich fast jeden Film mit Richard Gere anzusehen. Wahrscheinlich liegt es aber nicht so sehr an ihm und dem Inhalt seiner Filme, sondern vielmehr an dieser genialen Synchronstimme für Deutschland.

Pünktlich zu Weihnachten taucht der Star aus Pretty Woman wieder auf der Kinoleinwand auf und verzaubert das Publikum geradezu mit einer traurigen Geschichte. Man könnte hier eine klassische Weihnachtsschnulze voller Liebe und Herzschmerz erwarten, doch es ist viel schlimmer und gleichzeitig einer der besten Filme dieses Jahres.

Richard Gere spielt in Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft den Professor Parker. Der Mann ist glücklich, macht den Abwasch seiner Frau und hat eine wundervolle Ehe. Eines Abends kommt er mit dem Zug auf dem heimischen Bahnhof an und findet dort ein junges Hundewelpen. Ein Akita-Hund aus dem fernen Asien, welcher anscheinend keinen Besitzer hat.

Parker nimmt den Hund mit nach Hause und muss seine Gattin erst einmal beruhigen. Diese will nämlich keinen Hund im Haus und ist schwer daran interessiert den Besitzer ausfindig zu machen. Doch Regiessuer Lasse Hallström zeigt schnell eine wunderbare Freundschaft zwischen Parker und Hachiko und überzeugt damit nicht nur den Kinozuschauer, sondern auch die Ehefrau (Joan Allen) davon, dass der Hund nunmehr zur Familie gehört.

Irgendwann beginnt Hachiko auch seinem Herrchen bis zum Bahnhof zu folgen, merkt sich den Weg und holt ihn nun fortan jeden Tag um 17 Uhr pünktlich am Bahnhof ab. Herrscht darüber zu Anfang ein wenig Verwunderung bei den Menschen und Angestellten rund um den Bahnhof, so erwächst daraus eine nette Szene für das Dorf. Der Hund gehört bald zum Stadtbild, Parker ist glücklich und ebenso auch seine Frau.

Kommen wir nun zur Tragik des Films. Der nette Professor Parker stirbt überraschend. Die glückliche Familie ist zerstört, die liebende Ehefrau verkauft das Haus und Hachiko rennt jeden verdammten Tag um 17 Uhr zum Bahnhof, um auf sein Herrchen zu warten. Über neun Jahre lebt Hachiko später in der Nähe des Bahnhofs, die Presse berichtet über den Hund und aus dem ganzen Land schicken Kinder und nette Menschen dem Hund Taschengeld und Briefe.

Natürlich taucht Parker nie auf und dennoch ist dieser Hund treu und hat seinen festen Platz gefunden. Es kann bei diesem Film kein Happy End geben und doch ist diese endlose Treue eines Hundes das Happy End, welches sich wohl jeder Zuschauer für das eigene Leben wünscht.

Ich bin ein Kerl. Ich habe mich herzhaft bei “2012” über den Weltuntergang amüsiert und kenne alle Filme aus der “Stirb Langsam” Reihe. Ich habe noch nie im Kino so geweint wie bei diesem Film um einen treuen Hund. Nebenbei war ich nicht alleine. Der komplette Kinosaal wirkte mit jeder weiteren Minute mehr wie ein Testlabor für Tempotaschentücher.

HachikoLasse Hallström hat hier einen zeitlosen Film geschaffen, der Kitschfaktor ist der menschlichen Geschichte einfach unterlegen und Richard Gere das erste Mal auf der Leinwand gestorben. Ganz nebenbei findet man neben Gere auch exzellente Schauspieler wie Jason Alexander (Pretty Woman/Seinfeld) und Erick Avari im Film.

Man müsste diesen Film nicht kritisieren, denn er ist jeden Euro Eintritt wert, doch interessiert man sich natürlich für den Wahrheitsgehalt der Geschichte. Es ist nämlich nicht so passiert wie Lasse Hallström es für Hollywood adaptiert hat.

Hachiko gab es wirklich. Doch war der Ort Shibuya, Professor Parker ein japanischer Professor und die Geschichte ist schon 1924 passiert. Seitdem steht am Bahnhof in Shibuya eine Bronzestatue von Hachiko und ist Zeichen endloser Treue und wohl der bekannteste Treffpunkt für Leute in Shibuya.

Ich könnte schon wieder ein Tempo zücken!

Offizielle Webseite zu “Hachiko Eine Wunderbare Freundschaft”

Share and Enjoy:
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • MisterWong.DE
  • TwitThis
  • Webnews.de
  • Technorati
  • Yigg

Technorati Tags: , , , , , , , , , , , , , ,


Schlagworte: , , , , , , , , , , , , , ,


Ein Kommentar bisher, eigenen Senf abgeben?

  1. ThoWoKi sagt:

    Der Film ist sowas von gut! Also wer da nich anfängt zu flämmen … ich weiss auch nich…
    thowoki

Eigenen Kommentar schreiben