Der Abmahn-Herbst ist eröffnet! Hersteller Jack Wolfskin hat vor kurzem damit begonnen einzelne Verkäufer von Strickwaren auf Dawanda mit einer Abmahnung zu beglücken, weil diese Leute ihre meist in Heimarbeit hergestellten Produkte mit einer Pfote versehen haben. Blogs regen sich auf, die bloggende Elite ist sofort zur Stelle und selbst der Spiegel hat das Thema aufgegriffen. Bei Krisen funktioniert das Web 2.0 halt immer noch am besten.
Viel wurde schon über das Thema geschrieben, doch im wesentlichen geht es um die Markenrechte von Jack Wolfskin. Jener Hersteller hat sich die Pfote markenrechtlich schützen lassen und mahnt nun natürlich als größter Outdoor-Retailer bei ähnlichen Pfoten konsequnt ab. Die taz darf z.B. ihre Pfote nicht mehr so einfach auf T-Shirts drucken. Meiner Ansicht nach völlig korrekt, denn diese Tatze ist nun einmal das Logo von Wolfskin. Und wenn immer ein Logo eine gewisse Ähnlichkeit zu meinem Logo aufweisen sollte, so mache ich mir als Privatperson Gedanken und als Konzern leite ich rechtliche Schritte ein.
Natürlich stellt man sich hier als Blogger und Leser schnell auf die Seite der “Opfer”, welche mit ihrer Handarbeit wohl keine Markenpiraten sind. Natürlich erscheinen einem da 1000€ als überzogene Forderung. Natürlich ist das Verhalten von Jack Wolfskin nicht gerade ein Glanzstück in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Doch ist diese Pfote halt ihr markenrechtliches Eigentum, welches es zu schützen gilt. Als Hersteller/Produzent/Strickweltmeister/Hausfrau muss ich halt schon darauf achten keine bekannten Logos (auch in abgewandelter Form) einer Marke zu nutzen und sie dann zu verkaufen. Ich kann sie ja gerne stricken, aber dann halt im privaten Umfeld verschenken und nicht öffentlich verkaufen.
Ich habe sogar Mitleid mit den kleinen Verkäufern auf Dawanda. Ich selbst kenne das Gefühl eine Abmahnung im Briefkasten zu haben nur allzu gut. Doch auch wenn ich Pumas über alles liebe, so muss ich bei öffentlichen Verkäufen halt auf große Marken und ihre Logos achten. Zugegeben ist es bei Puma weitaus einfacher!
Der eigentliche Fehler liegt nicht bei Jack Wolfskin. Er liegt auch nicht bei den Verkäufern von Dawanda. Man hätte diese vereinfachte Pfote als Logo einfach nie genehmigen dürfen.
Aber die Geschichte hat auch ihre positiven Seiten. Einzelne Alpha-Blogger können sich herrlich aufspielen, Dawanda wird bekannter und es gibt ein weiteres Feindbild der Blogosphäre. Mir ist dagegen gerade einfach kalt und deswegen schlüpfe ich besser in meine Wolfsjacke.



























IrrenhausAG sagt:
Mein Gott, ich werde direkt meinen Hund erschießen lassen, der hat die selbe Pfote!!!! *argh*
Oct 21, 2009, 13:49Rob Vegas sagt:
Verkaufe nur nicht die abgehackte Pfote auf Dawanda
robvegas
Oct 21, 2009, 13:53Matze sagt:
Tach Rob,
Oct 21, 2009, 14:16ich verstehe deine Meinung, aber ich finde es grundlegend erstmal falsch, dass man sich Dinge wie eine Tatze schützen lassen kann. Ich finde Gegenstände, Körperteile usw. usf. ist nix, was man sich schützen lassen können darf. Man sollte sich nur ein Firmenlogo inkl. Schriftzug schützen lassen können. Aber eine Tatze?
Wenn ein Unternehmen gegen Leute vorgeht, die eindeutige Plagiate oder zum verwechseln ähnliche Sachen herstellen, hab ich da vollstes Verständnis für. Egal ob es sich dann nur um kleine Fische handelt oder im großen Stil kopiert wird.
Rob Vegas sagt:
Schreibe ich ja. Der Fehler liegt Jahre zurück in der Genehmigung dieser Pfote.
Da könnte ich auch meine Robsche Hand schützen und fortan jede andere Hand abmahnen. Solche einfachen Dinge sind in erster Linie kein markenrechtliches Logo.
robvegas
Oct 21, 2009, 14:21Adm.Polli sagt:
Vielleicht liegt da der Hund begraben:
Es müsste vor Gericht zumindest so viel erstritten werden, dass allenfalls ganeu “diese Pfote” abgemahnt werden darf, und nicht auch ähnliche Pfoten.
An sich halte ich es auch für besch…eiden überhaupt doe Pfote als Bildmarke zuzulassen, und noch suboptimale in Sachen PR was Wolfskin da treibt.
admpolli
Oct 21, 2009, 14:30Sie sollten wenn, dann freundlich in einem Briefchen die “Srickenden” darauf hinweisen, dass sie das Ganze nur privat machen dürfen.
Ernie Trölf sagt:
Hat es denn eine so große und etablierte Firma nötig, sich von Hausfrauen bedrängt zu fühlen? Und muss man gleich mit einer hohen Summe abmahnen? Ich bin sicher in den meisten Fällen hätte eine E-Mail oder ein Telefonat die Sache ohne hohe Kosten aus der Welt geschafft.
Ich jedenfalls finde dieses Vorgehen der Firma Wolfskin traurig. Und das so ein Vorgehen der Öffentlichkeitsarbeit nich zuträglich ist, sollte sich doch mitlerweile doch auch in solchen Konzernen rumgesprochen haben.
Ich freue mich auf jeden Fall darüber, dass die “bloggende Elite” in solchen Fällen den “Opfern” zur Seite steht und dafür sorgt solchen Abmahnwahnsinn publik zu machen.
Eine Pfote! Also bitteschön.
Oct 21, 2009, 17:06jayred sagt:
hättest du dir vor dem abschreiben anderer blogs mal die mühe gemacht, die corpi delicti selbst in augenschein zu nehmen, wäre dir aufgefallen, dass die abmahnungen noch lächerlicher sind als ohnehin scho durch ihr abzielen auf kleinstunternehmerinnen. die klamotten, ohrringen und buttons habe so gar keine assoziationsfähigkeit mit jack wolfskin, dass man sich schon fragen muss, wie besoffen die rechtejockel eigentlich waren, als sie die abmahnungen formuliert haben…
Oct 21, 2009, 17:43christopher sagt:
hi rob,
das problem mit der taz ist, dass die taz zuerst mit der pfote da war, jack wolfskin hat sie sich halt patentieren lassen…..
Oct 21, 2009, 18:02deswegen finde ich die vorgehensweise von jw ziemlich arrogant und unverschämt
Badeenten sagt:
Und noch ein Blogger der differenzieren kann und nicht mit der Meute heult: Der mit dem Wolf mahnt | Rob Vegas http://bit.ly/sQWcu
Oct 21, 2009, 20:48Rudibee sagt:
Es gab auch schon (die nicht erfolgreichen) Versuche, den Buchstaben “T” und die Farbe pink als Markenzeichen zu schützen. Gegen die Tatze könnte man heute noch mit dem Biologiebuch in der Hand vorgehen.
Oct 21, 2009, 00:35Frank sagt:
Für alle die immer noch glauben, hier ginge es um Produkte- oder Markenschutz empfehle ich diesen Link:
http://register.dpma.de/DPMAre.....uebersicht .
Dem Besitzer von JW, Private-Equity-Gesellschaft Bain Capital, eine “Heuschrecke”, geht es nicht um Schutz von ihren in Vietnam, Bangladesh oder Thailand produzierten Klamotten vor Plagiaten sondern um Marktbeherrschung durch willkürlich definierte Schutzmarken. Sie haben weder den Abdruck einer Tatze erfunden, noch das Wort “Tatze”. Das beweist außerdem, wie krank das deutsche Patent- und Markenrecht ist.
Oct 21, 2009, 00:36Frank sagt:
@Frank
Sorry, war wohl der verkehrte Link, hier besser
http://register.dpma.de/DPMAre.....7400654/DE
Oct 21, 2009, 00:44Frank sagt:
@Frank
Nachtrag:
http://register.dpma.de/DPMAre.....efferliste
Oct 21, 2009, 01:04rabe sagt:
“Jack Wolfskin – Dies ist erst der Anfang”
Die Bären-Community hat Ärger mit JW:
http://skorpionstich.wordpress.....er-anfang/
Oct 21, 2009, 12:09