Der neueste Trend in der politischen Berichterstattung sind dieses Jahr Twitter und die Userfragen via Webcam an die Politiker in der Runde. Sabine Christiansen sagte sogar: “Schicken sie uns eine Webcam”. Für viele User wäre das wohl der einfachste Weg, denn so ein Webcam Video macht man leider als Normalbürger nicht mal schnell nebenbei.
Allein die Erstellung eines vorzeigbaren Videos und der Upload der Datei auf YouTube übersteigen die Länge der kompletten Sendung. Nicht umsonst ruft eine Maybritt Illner auf YouTube mindestens eine Woche vorher die “User” auf, zu bestimmten Themen und Gästen der kommenden Sendung Videos einzustellen. Und wer will das überhaupt? Meine politische Gesinnung live im TV präsentieren und mein Arbeitgeber schaut zu?

Ich selbst habe Angela Merkel stellvertretend für meine Zuschauer eine Frage gestellt. Bei mir macht das aber auch Sinn, denn es steigerte meine Bekanntheit als Künstler. Doch die Privatperson hat rein gar nichts davon. Null! Bei Twitter ist dieser Hype rund um die Einbindung der Netzgemeinde noch schlimmer. Meinen eigenen Schätzungen nach gibt es höchstens 25.000 aktive Twitterer in Deutschland. Bei einer Quote des TV-Duells von 8 Mio Zuschauern braucht man nicht Twitter, sondern kann auch die altmodische Email nutzen. Die Zahl der Twitterer ist verschwindend gering in Deutschland. Das Web 2.0 in seiner ganzen Blüte nicht mal einen Acker groß.
Will man wirklich etwas für die Zuschauer tun, so müssten die Diskussionen echter sein. Man müsste junge Menschen mehr einbinden und nicht nur auf einer Hypewelle wie Twitter mitreiten. YouTube-OpenReichstag ist doch ehrlich gesagt ein großes Debakel! Nur durch das massive Autoplay und die Werbung für die Aufmacher-Videos von Google werden da Zahlen jenseits der 50.000er Marke erreicht. Die gewünschten Antworten der Nutzer sind dagegen oft mit minimalen Zuschauerzahlen versehen, von oft fragwürdigem Inhalt und obendrein versuchen viele Nutzer ihre eigenen (inhaltsfremden) Videos über die angebliche Debatte zu promoten. Ein Grund warum ich mich dort nicht beteilige.
Zudem nutzt man die dann gestellten Fragen oft nur als Einleitung zu den eigentlichen Themen der Sendung. Für Otto-Normalverbraucher hat es also gar keinen Zweck sich vor die Webcam zu setzen. Dann lasst diesen Schrott auch sein! Sprecht lieber über die Themen der jungen Generation, erklärt euch und wartet nicht bis sie als Rentner in die eigentliche Zielgruppe passen.



























Tweets die X erwähnen Bundestagswahl 2.0 nervt! | Rob Vegas -- Topsy.com sagt:
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Benjamin Busch. Benjamin Busch sagte: Ack! RT @RobVegas: New blog post: Bundestagswahl 2.0 nervt! http://bit.ly/vKe0Y [...]
Sep 13, 2009, 00:19