Rob Vegas im Director’s Cut

Vor kurzem habe ich der “Kölnischen Rundschau” ein Interview gegeben. Natürlich musste es hier und da ein wenig “gekürzt” werden. Das Netz hat für Euch den Vorteil, dass Ihr hier nun den Director’s Cut kostenlos lesen könnt. Das ist übrigens keinerlei Kritik an der Zeitung! Ich kann das nachvollziehen und bin für Presse in den klassischen Medien sehr dankbar. Ein Artikel in der gedruckten Zeitung bringt meist mehr als ein Artikel irgendwo im Netz. Außerdem hat der Redakteur interessante Fragen gestellt. Grüße!

Hier nun die komplette Fassung:

Sie haben sich bei Twitter als Harald Schmidt ausgegeben – von Anfang an ein Plan, um populär zu werden oder nur ein Experiment? Wie lange hat es gedauert bis jemand an der Echtheit gezweifelt hat?

Es war eine fixe Idee und keine geplante Kampagne. Durch die schnell anwachsende Zahl an Verfolgern kamen auch vereinzelt Zweifel auf, doch die wenigsten hatten anscheinend den Mut bei der Produktionsfirma anzurufen. Die Auflösung hat dem Twitter-Account sogar noch mehr Beachtung und Verfolger beschert. Die Leute folgen dem digitalen Schmidt einfach gern. Das freut mich sehr.


Welchen Effekt hatte es auf Ihre eigene Karriere, als sich plötzlich herausgestellt hat, dass sie sich als Harald Schmidt ausgeben? Was haben Sie Dank der Twitter-Geschichte heute, was Sie ohne sie nicht hätten?

Im Endeffekt war es eine tolle Viral-Kampagne für meine neue Sendung. Ich konnte neue Kontakte knüpfen und Herr Schmidt hat mitten im Sommerloch kostenlose PR für seine neue Show bekommen. Meine Raten fürs Auto muss ich aber weiterhin zahlen.

Warum twittern Sie eigentlich immer noch als Harald Schmidt, obwohl die Sache längst aufgeflogen ist?

Eine brilliante Frage! Ich selbst stelle mir diese Frage jeden Tag, doch die 15000 Leute mögen anscheinend meine Fassung von Schmidt. Ich fühle mich diesen Verfolgern verpflichtet und kann so auch meine selbst geschrieben Gags unterbringen. Solange mich Harald nicht verklagt, stehen die Chancen auf eine private Tasse Kaffee und ein Stück Apfelkuchen im BonitoTV-Produktionsgebäude nicht schlechter. Obwohl ich nicht daran glaube.

Wie legen Sie die Inhalte fest, die Sie als Schmidt twittern? Haben Sie einen speziellen “Schmidt-Tonfall” kreiert?

Harald Schmidt ist ein Egoist. Er mag das Internet so wenig wie NeunLive und ist Schwabe. Mein Vater ist selbst ein Schwabe und so fällt es mir wahrscheinlich leichter. Außerdem lese ich die Interviews aus vergangenen Tagen, kenne die vielen Shows und habe die Macke mir Ansichten und Sätze von Leuten über Jahre hinweg merken zu können. Diese Mischung mit einer Prise Ironie auf das Internet macht wohl den Reiz des Profils aus.


Würde Sie noch die Identität von anderen Prominenten reizen? Oder twittern Sie sogar schon als andere Promis?

Momentan gibt es auch durch meine Aktion immer mehr Trittbrettfahrer, welche sich als Promis ausgeben. Ich kann damit nicht viel anfangen. Es macht eine Menge Arbeit, man muss sich neue Themen ausdenken und ein gewisses Feingefühl für die Netzgemeinde mitbringen. Ich führe den Schmidt gern weiter, aber habe auch noch eine eigene Show im Netz und spannende Projekte vor mir.

Rob Vegas

Seit 2003 aktiv im Web. Vorher nur bei Napster mit ISDN-Flatrate. Kenne noch Disketten. Blogger, Autor und Moderator. Twittere nebenbei als falscher Harald Schmidt unter @bonitotv. Führe wichtige Telefonate noch per Festnetz.

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