Lüge 2.0

Worüber freuen sich Leute aus dem Web 2.0 am meisten? Über große Artikel und Interviews im Print! Man stelle sich nur einmal vor es auf die Titelseite des SPIEGEL zu schaffen. Oder der Playboy ruft hier an und ich darf die Antworten für die Rubrik auf der letzten Seite geben? Vielleicht brauchen sie sogar noch ein Foto?

Blogger und Redner beschwören oft das Ende der klassischen Medien. Ernst genommen wird man aber meist nur mit der Veröffentlichung eines gedruckten Buches. Natürlich ist ein Artikel über die Person auch bei FAZ Online ein Erfolg, doch die wirklich wichtigen Themen und Personen schaffen es auch in die Printausgabe.

Die Verlage und TV-Sender sollten daher nicht die Mär vom eigenen Untergang glauben. Das Netz ist eine neue Kompetenz. Man muss die beiden Welten geschickt miteinander verknüpfen und für sein anfassbares Produkt nutzen. Eine Late Night Show findet in ihrer derzeitigen Größe der Produktion nur im Fernsehen statt. Es ist aber unabdingbar dazu eine Art Festung im Netz für eben jene Show zu haben. Mit Clips, Texten, Aktionen und Informationen rund um die Sendung.

Zeitschriften haben es da sicherlich schwieriger und viele Titel sind mit der Zeit mehr als überflüssig geworden, doch spannende Themen und gute Texte im zeitlich aktuellen Design verkaufen sich immer. Print stirbt nicht, sondern benötigt lediglich ein überfälliges Update.

Warum ich kein Buch über diesen ganzen Web 2.0 und Web-TV Sektor schreibe? Es wurde mir angeboten, doch diese kritischen Texte verkaufen sich nicht gut. Feiern wir stattdessen lieber den Untergang von Springer, Burda und Co. ! Bescheuert.

Diesen Artikel empfehlen:
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • MisterWong.DE
  • TwitThis
  • Technorati
  • Yigg
  • MisterWong
  • Wikio


Schlagworte: , , , , , , , , ,


Ein Kommentar bisher, eigenen Senf abgeben?

  1. Ben Onetree sagt:

    Die Prinmedien sind tot, es leben die Printmedien. Den alten werten Herrn Gutenberg bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Das Ressentiment gegenüber den Printmedien rührt wohl daher, dass die Printmedien ihren Online-Journalisten nur ein sehr mäßiges Salär gewähren. Das man sich dann den Blatterwald in den Hochhofen wünscht, ist verständlich. Das sich deshalb aber irgendetwas an dem Status der Printmedien ändert, werden wohl noch so einige iPhone Generationen vergehen. Eine wirkliche Veränderung, ein Update, eine Verschmelzung von Print und Online Ausgabe, wird es wohl erst dann geben, wenn die Technologie, insbesondere der Internet-Handys, voranschreitet.

Eigenen Kommentar schreiben