Ein unmoralisches Angebot ?

Die Blogossphäre kann oft schlimmer als das öffentlich-rechtliche Fernsehen sein. Schon die Nennung eines Markennamen grenzt an Hochverrat und ist in jedem Falle schon einmal als “Schleichwerbung” zu bezeichnen.

In Videos und Artikeln betonen die Macher dann auch immer am Ende ihre Objektivität und das sie “KEIN GELD!” dafür bekommen würden. Wie schade! Denn der Test eben jenes neuen Handys war gut, hat Schwachstellen aufgedeckt und der Ersteller hat sich sehr viel Arbeit mit dem Artikel/Video gemacht. Da würde ich es mir als Leser sogar wünschen wenn ihm die Firma dafür Geld gibt. Selbst wenn er das Produkt verrissen hat! Damit könnte er sich dann vielleicht eine bessere Kamera, einen besseren Ton und vielleicht einen schönen Urlaub abseits des Internets leisten.

Natürlich möchte man als Leser und Zuschauer nicht hinters Licht geführt werden. Hier kommt es aber auf die Glaubwürdigkeit des Betreffenden an. Was ist das für ein Typ? Wie schreibt er? Kann ich seinem Urteil vertrauen?

Ein schlauer Schreiber ist sich dessen bewusst und kümmert sich um seinen Ruf. In diesem Fall gönne ich ihm den Werbevertrag mit einem Hersteller und freue mich sogar für ihn! Kaum zu glauben, oder? Manchmal habe ich aber die Vermutung, dass irgendwo bei Wordpress noch eine “Web 2.0 Klausel” in der Installationsroutine versteckt ist. Als Blogger auf Wordpress-Basis hat man schon fast einen Eid geschworen und muss sich fortan gegen jede Kooperation mit Firmen sträuben, die Mails veröffentlichen und seinen Kontostand in der Sidebar anzeigen lassen.

Diese Zeilen oben sind nicht neu und ich habe schon oft darüber geschrieben. Viel schlimmer finde ich es aber, wenn sich Blogger und bekannte Gesichter zum Spottpreis verkaufen. Da werden Artikel für ein Testgerät geschrieben und gegen eine kleine Aufwandsentschädigung in TV-Spots mitgespielt. Bei großen Marken ist mir ein solches Verhalten völlig unverständlich. Es ist ehrlich gesagt sogar dumm!

Wenn ein großer Telekommunikationskonzern, oder ein großer Onlinehändler, das bekannteste Auktionsportal auf Dich! zu kommt, dann sollte das im Kopf wie ein Jackpot klingeln. Die brauchen Dich anscheinend! Die wollen Dich! Da sollte man dann seinen Preis kennen. Robert Redford hat einst Demi Moore auch nicht für einen kostenlosen Testzugang ins Bett bekommen.

Ich selbst bin bei Werbung sehr wählerisch. Es sollte den Zuschauern einen Mehrwert für die Sendung bieten und würde ich für einen Getränkehersteller werben, so müssten auch erfrischende Gewinne für die Zuschauer drin sein. Fliege ich im Hubschrauber, so soll das nach meiner Aktion auch ein Zuschauer tun dürfen. Ich weiß aber, dass ich da als Produzent einer eigenen Sendung eine Sonderstellung im Web 2.0 gegenüber den Blogs auf reiner Textbasis habe.

Was ich eigentlich sagen will: Verkauft Eure Arbeit nicht unter Wert! Denn gute Arbeit im Netz ist für viele Unternehmen unbezahlbar. Man sieht es an den vielen Negativ-Beispielen…

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