Ein Käfig voller Helden

Ein Käfig voller Helden

Ein Käfig voller Helden? Das habe ich doch schon mal gesehen! Will ich nur hoffen, denn diese Sendung ist seit ihrer ersten Folge ein Dauerbrenner im Fernsehen. Mittlerweile gibt es die Serie sogar schon auf DVD und selbst im Nachtprogramm von Kabel 1 wird sie immer noch ausgestrahlt. Dabei war nach 168 Folgen 1971 schon Schluss!

Doch seitdem ist die Truppe um Colonel Hogan beliebt bei den Fans. Kaum eine Sendung im Fernsehen dürfte so lange nach ihrer Erstausstrahlung wiederholt worden sein. Dabei klingt das eigentliche Konzept der Serie komplett wahnsinnig!

1965 kommt Produzent Ed Feldmann auf die Idee eine Comedy über ein Kriegsgefangenlager der Nazis im zweiten Weltkrieg zu drehen. Leider wurde die Sendung auch oft deswegen kritisiert, weil die Leute schrieben es würde sich um ein Konzentrationslager handeln. Es ging aber lediglich um eine Truppe allierter Gefangener in einem Strafgefangenenlager in Deutschland. Ähnlich dem Film “Gesprengte Ketten” mit Steve McQueen, Charles Bronson und Richard Attenborough.

Die Männer unter Colonel Hogan nutzten Stalag 13 als Basis ihrer Sabotageakte gegen das dritte Reich und führten in jeder Folge den etwas leichtgläubigen deutschen Oberst Klink hinters Licht, welcher eigentlich schon längst General sein wollte. Da werden Teile eines Funkgeräts mit einem Zirkusaffen aus dem Lager geschmuggelt, zahlreiche Tunnel durch das ganze Lager gegraben und auch mal eine ganze Panzerdivision aufgehalten.

Die Handlung ist dabei in jeder Folge gleich. Hogan bekommt einen Auftrag aus London, welcher eigentlich unmöglich durchzuführen ist. Aber natürlich ist Hogan (gespielt von Bob Crane) schlauer als die Gestapo erlaubt und findet einen kuriosen Weg den Deutschen ein Schnippchen zu schlagen. Unfreiwillig hilft dabei meist auch noch Feldwebel Hans Georg Schultz, welcher aber natürlich “nichts gehört und gesehen hat!”

Die Serie ist einfach lustig und sehr gut produziert. Alleine die Idee und der Mut eine solche Sendung zu produzieren gehört mit einem Oscar ausgezeichnet. Leider sind mittlerweile aber viele Schauspieler schon verstorben. Besonders tragisch war dabei der frühe Tod von Bob Crane, welcher mit einem Kamerastativ erschlagen worden sein soll. Sein Doppelleben wurde sogar im Film “Autofocus” vor einigen Jahren verfilmt.

Trailer Autofocus ( Das Leben von Bob Crane )

Dennoch sind die Helden aus dem Käfig seit der ersten Folge wahre Publikumslieblinge. Der kleine Franzose Le Beau, der stotternde Newkirk, Funker Kinchloe (Ivan Dixon) und natürlich Larry Hovis in seiner Paraderolle als Sergeant Andrew John Carter.

Wir deutschen Zuschauer der Serie bekommen aber noch deutlich mehr Witz und Charakter von den Schauspielern geboten, weil sich damals Rainer Brandt der Synchronisierung angenommen hatte. Die Amerikaner lachten schon über deutsche Ausdrücke wie “Achtung!”, doch Rainer Brandt legte Hogan und Oberst Klink erst den richtigen Witz auf die Zunge. Der dicke General Burkhalter wurde so oft zum “Sachertortenfriedhof”, “die olle Kalinke” wurde erfunden und natürlich schwärmte Klink für eine “Bemme mit Wurscht!”. Ein einfaches Gläschen Sekt wurde so in der deutschen Fassung schnell zu einer “Kribbelkaltwasserschale” und zumindest ich liege immer wieder am Boden vor Lachen, weil die Charaktere so schön zusammen aufspielen.

Werner Klemperer (Oberst Klink im Interview)

Brandt ist übrigens sehr bekannt in der Szene für seine genialen Einfälle. Aus manchmal faden Terence Hill und Bud Spencer Filmen zauberte er lustige Komödien und machte sie damit erst in Deutschland zu wahren Stars. Stand hinter Bud ein Ganove mit einem Messer, so sagte der deutsche Terence Hill ganz cool: “Da hat jemand Geschenke aus Solingen für Dich dabei!”.

Beim Käfig voller Helden sind dabei auch alle Sprecher sehr passend ausgewählt worden. Major Hochstetter und General Burkhalter, Klink und Schultz wirken so fast wie deutsche Schauspieler. Schaut man sich die Sendung heute rückblickend an, so hat sie viel Ähnlichkeit mit dem späteren A-Team um Hannibal Smith.

Erwähnenswert sei übrigens noch, dass Oberst Klink (gespielt von Werner Klemperer) wirklich mit seinem jüdischen Vater aus Deutschland geflohen ist und auch die anderen Schauspieler zum Teil in deutscher Gefangenschaft waren. Klemperer selbst war in den USA oft für die Rolle von deutschen Soldaten gebucht worden, doch als er im Büro von Feldmann stand und man über eine “Nazi-Comedy” sprach, hat er alle für wahnsinnig erklärt! Das Skript und die Idee seien aber so fantastisch gewesen, dass er unbedingt dabei sein wollte! Unser Glück!

Da wünscht man sich glatt wieder mehr solcher Ideen für die Fernsehlandschaft.

Deutsche Fanseite zu “Ein Käfig voller Helden” Stalag 13

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2 Kommentare bisher, eigenen Senf abgeben?

  1. bast1 sagt:

    Es heißt “Ansichtskarte aus Solingen” :)

  2. Rob Vegas sagt:

    genau! was für ein fehler von mir ;-) die ausdrücke sind anscheinend bestens bekannt!

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