
Muss sich das klassische Fernsehen wirklich Sorgen um seine Zukunft machen? Vielleicht um das Durchschnittsalter seiner Moderatoren, aber sicherlich nicht um seinen Fortbestand.
In England beweist ein Format nun, dass ein national angelegtes TV-Format auch über die Grenzen des Landes hinweg vermarktet werden kann. Wem verdankte Paul Potts seinen Ruhm? Der Queen? Dem englischen TV-Publikum?
Weltweit haben sich die Menschen das Video von Paul Potts auf YouTube angesehen. Der Mann ging auf Welttournee und erhielt sogar ein Jahr später noch einen Werbevertrag mit der deutschen Telekom. Dabei war er nie beim deutschen Supertalent aufgetreten. Alles nur wegen einem kleinen Video bei YouTube, welches damals noch “illegal” hochgeladen wurde. Der Sender hatte mit dem Video nichts zu tun, aber selbst in der Show wurde sein Internetruhm via YouTube thematisiert.
In der aktuellen Staffel hat man es bei Britain’s Got Talent nun begriffen und arbeitet mit YouTube auf höchster Ebene zusammen. Seit kurzem gibt es einen eigenen Channel mit TV-Material bei dem Videoportal. Weltweit verfolgen die Menschen nun die Castingshow und wissen von einer Susan Boyle. Durch die vielen Klicks auf Videos von Susan Boyle berichten dann auch die Medienhäuser aus anderen Ländern und am Ende wird auch hierzulande die CD gekauft.
Ohne den Multiplikator YouTube wäre das nicht möglich. YouTube hat keinen eigenen Content, aber kann kurze Inhalte schneller in die Welt transportieren als klassische Medien. Das Fernsehen ist somit nicht tot, sondern muss hochqualitative Formate produzieren und diese über die neuen Vertriebswege streuen.
Die ProSieben Sat1 Gruppe hat diese Woche erst ein neues Playout-Center in Betrieb genommen. Die klassischen Bänder und Archive fallen weg und dafür werden die Inhalte digital für alle Sender der Gruppe gespeichert und zum Abruf bereitgestellt. Die Server im Playout-Center bedienen so den Fernseher, Internetportale und das digitale Fernsehen aus einer Hand.
Den kurzen Clip der Topmodels wird man so schneller bei MyVideo finden, in etwas längerer Form bei Taff! und die ganze Folge wird an den Fernseher ausgeliefert und steht danach online zum Abruf bereit.
Das Fernsehen ist nicht tot. Vielmehr gilt es Mittel und Wege zu finden, um die gesamte Quote in Zukunft zu messen und für das Internet und die entstehenden Kosten eine Deckung zu erreichen. Britains Got Talent kann das Album des Siegers weltweit verkaufen, aber was macht man mit einer Gameshow? Wie kann mit einer Sendung wie Germany’s next Topmodel Geld für den Sender eingespielt werden? Werbung ist da sicherlich nur der logischste Weg, doch bietet das Internet noch weitaus vielfältigere Möglichkeiten.


























Thomas sagt:
“Begriffen” wie Du schreibst, hat man zumindest beim Sender ITV noch lange nix
Das meistgeklickte Susan Boyle Video wurde genau wie das von paul Potts “illegal” hochgeladen. ITV lies sich erneut von der Realtität überrennen.
Mehr dazu:
http://tvundso.wordpress.com/2.....die-rohre/
Apr 28, 2009, 15:44Rob Vegas sagt:
Der Prozess ist gerade erst im Gange. Der erste Schritt ist getan und Werbung bei YouTube würde sicherlich noch keine Million bringen.
Vielmehr profitiert der Sender vom weltweiten Interesse an den Kandidaten. Am Ende wird das Geld nicht bei YouTube verdient, sondern im Laden an der Kasse. Da kauft nämlich noch Erika Mustermann das Album…
robvegas
Apr 28, 2009, 21:24Thomas sagt:
Fest steht, dass ITV dass nur widerwillig macht
Also Lob finde ich da unangebracht.
Apr 28, 2009, 18:53Rob Vegas sagt:
Wer es am Ende online stellt ist mir persönlich egal. Die professionelle Präsenz ist wichtig und ein großer Wurf im Internet.
robvegas
Apr 28, 2009, 23:07DSDS Finale | Rob Vegas sagt:
[...] als dieser gewollte Hype sind die künstlerischen Leistungen der Kandidaten. Schmettert bei “Britains got Talent” jeder Woche ein neuer Kandidat die Öffentlichkeit vom Stuhl, so müssen in Deutschland [...]
Apr 28, 2009, 16:34Das Internet aus dem Fernseher | Rob Vegas sagt:
[...] bekommt man meist einen Link via Mail, Twitter oder sonstiger Empfehlung geschickt. Ein Thema wie Susan Boyle verleitet zur Suche nach dem Auftritt in der englischen Castingshow. Der Fernseher bietet einem dieses Sucherlebnis gar nicht, sondern wird in Zukunft nur einen [...]
Apr 28, 2009, 00:30